Was ist LARP?



LARP ist die Abkürzung für Live Action Role Playing, frei übersetzt heißt das Liverollenspiel. Man kann es sich als eine Art Improvisationstheater ohne Publikum vorstellen, bei dem jeder Spieler in eine (in der Regel selbst bestimmte) Rolle, den so genannten "Charakter", schlüpft. Passende Kleider und das richtige Ambiente helfen, sich dem Charakter entsprechend zu verhalten. In diesem Rahmen wird mit den Mitspielern frei interagiert.

LARP ist in der Regel in ein gewisses Setting eingebettet, so gibt es beispielsweise Science-Fiction-, Western-, Vampire- oder Endzeit-Larp, doch überwiegend ist das Liverollenspiel im Bereich Mittelalter-Fantasy angesiedelt, welcher auch von der Roten Faust bespielt wird.

Liverollenspiele finden auf einem bestimmten Gelände, beispielsweise in Wäldern, Burgen oder Zeltplätzen statt, und werden meist von Privatpersonen oder Vereinen organisiert (Orga). Bei solchen Cons (von englisch "convention" od. Zusammenkunft) treffen sich die Spieler, um gemeinsam in einer fiktiven Welt ihre Charaktere (SC Spielercharaktere) real auszuspielen.

In der Regel hat die Regie (SL Spielleitung) eine Hintergrundgeschichte ersonnen, in deren Rahmen das Spiel stattfindet. Da die einzelnen Spieler allerdings frei agieren können, gibt es kein festgelegtes Drehbuch, jedoch kann die SL mithilfe weisungsgebundener Figuren (NSC Nichtspielercharaktere) in das Geschehen eingreifen, die Handlung (Plot) vorantreiben und den jeweiligen Spielern Aufgaben (Quests) zuspielen, die diese dann lösen können, wenn sie sich darauf einlassen. Die eigene Spielbeteiligung ist jedem selbst überlassen.

Wie stark ein Con von einem Plot geprägt ist, hängt von der Art der Veranstaltung ab. Bei Abenteuercons gibt es in der Regel mehr Handlungsstränge als beispielsweise einem Schlachtencon.

Beim Liverollenspiel gibt es in der Regel kein festgelegtes Spielziel. Natürlich kann das Lösen einer Quest ein Teilziel sein. Das Spiel selbst und der Spaß an der Charakterdarstellung sind aber das eigentliche Ziel. Ein wichtiger Aspekt beim Liverollenspiel ist das Ambiente. Die Orga und die Spieler versuchen, durch eine möglichst passende Ausstattung das Eindenken in die zu bespielende Welt zu vereinfachen. Neben mittelalterlicher Gewandung und besonderen Charakteren wie Gauklern und Barden ist vor allem ein rollengerechtes Auftreten relevant. Alles, was an die heutige Zeit erinnert, sollte möglichst vermieden werden (z.B. elektrische Geräte, Turnschuhe, Armbanduhren,...)

Zu Cons kommen in der Regel, je nach Veranstaltung, zwischen 40 und 200 Teilnehmer. In Deutschland gibt es jedes Jahr auch zwei Groß-Cons, das Drachenfest und das ConQuest of Mythodea, mit bis zu 5000 Spielern. LARP-Veranstaltungen dieser Größenordnung sind allerdings die Ausnahme.

Meist dauern Cons ein Wochenende (Freitag bis Sonntag), manche Cons dauern nur einen Tag, einige 5 Tage bis zu einer Woche. Erster und letzter Tag dienen in der Regel der An- und Abreise. Zu einem festen Zeitpunkt, dem "Time-In", schlüpfen alle Teilnehmer in ihre jeweilige Charakterrolle, sie sind dann intime (kurz: it) und bleiben dies im Idealfall auch bis zum Ende des Cons. Fällt ein Spieler zwischenzeitlich aus seiner Rolle, spricht man von Outtime-Blasen. Outtime (kurz: ot) bezeichnet also alle Geschehnisse außerhalb des fiktiven Settings, also die reale Welt und den Larper losgelöst von seiner Rolle.

Die meisten mehrtägigen Cons sind Zeltcons, das heißt, die Spieler übernachten in eigenen Zelten und verpflegen sich in der Regel auch selbst. Es gibt aber auch Cons, bei denen Jugendherbergen oder Burgen die Spielerunterkunft sind. Manchmal ist die Verpflegung inklusive, was bis zum üppigen Festbankett reichen kann.

Kommt es beim LARP zu bewaffneten Konflikten, werden diese durch möglichst "echt" aussehende Polsterwaffen ausgetragen. Passend zum Setting sind das in der Regel Schwerter und Schilde, Äxte, Lanzen oder Pfeil und Bogen.Die reale Sicherheit der Teilnehmer ist bei Kämpfen im Rollenspiel oberste Priorität, weswegen klare Regeln notwendig sind. Vor jeder Veranstaltung werden die Waffen auf ihre Sicherheit geprüft. Im Kampf selbst sollen die Hiebe nicht mit voller Wucht ausgeübt werden, ebenso sind Schläge auf den Kopf sowie Stiche in der Regel verboten. Auch der Nahkampf ohne Waffen (Infight) ist in meist nicht erlaubt. Sicher erleidet ein Kampf durch diese Regeln einen gewissen Realitätsverlust, allerdings steht das Wohlbefinden aller Spieler an erster Stelle. Wer also Spaß daran hat, andere Spieler zu verprügeln, hat beim Liverollenspiel nichts verloren!